ACIS - Association of Conference Interpreters of Serbia

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Verband der Konferenzdolmetscher Serbiens

Kodex

Mit diesem Berufskodex werden Normen der Professionalität, Integrität und Vertraulichkeit sowie die Einsatzbedingungen für Dolmetscher geregelt…

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Referenzen

EU Savet Evrope UN Srbija

DOLMETSCHEN

Was ist Konferenzdolmetschen?

Das Dolmetschen lässt sich kurz als Übermittlung der Bedeutung einer mündlichen Rede aus der Sprache A (Ausgangssprache) in die Sprache B (Zielsprache) definieren. Die Vorteile des Dolmetschens ergeben sich aus dem Umstand, dass der Redner am besten imstande ist, das was er formulieren möchte in seiner Muttersprache zu sagen, und dass ihn die Zuhörer in ihren eigenen Muttersprachen am besten verstehen können.

Was unterscheidet das Übersetzen vom Dolmetschen?

Beim Übersetzen studiert der Übersetzer den geschriebenen Text in einer Sprache (Ausgangssprache) und überträgt ihn in schriftlicher Form in eine andere Sprache (Zielsprache). Der Dolmetscher hört das ausgesprochene Wort in der Ausgangssprache und überträgt es mündlich, konsekutiv oder simultan, in die Zielsprache. Der Übersetzer stützt sich auf eine gründliche Analyse des Textes und verwendet dabei Begleitmaterialien und Wörterbücher, um den schriftlichen Text möglichst genau und authentisch zu übertragen. Der Dolmetscher stützt sich vornehmlich auf die eigene Fähigkeit, dem Zielpublikum die Bedeutung der Botschaft vor Ort zu übermitteln.

Der Übersetzer wird viel Zeit auf der Suche nach einem entsprechenden Wort oder Ausdruck verwenden, doch der Dolmetscher muss aus dem Stehgreif einen entsprechenden Ausdruck oder ein annäherndes Äquivalent finden, falls ihm das „richtige Wort“ nicht einfällt, um die Zuhörer nicht warten zu lassen.

Es gibt Übersetzer, die zugleich auch Dolmetscher sind. Andere wiederum entscheiden sich entweder für das Übersetzen oder für das Dolmetschen. Allgemein betrachtet bietet die Erfahrung beim Übersetzen eine hervorragende Grundlage, falls jemand Dolmetscher werden will.

Was ist der Unterschied zwischen konsekutivem und simultanem Dolmetschen?

Konsekutives Dolmetschen bedeutet, dass man dem Redner in der Ausgangssprache zuhört, sich dabei Notizen macht, um daraufhin die Rede in der Zielsprache wiederzugeben. In Abhängigkeit von der Länge der Rede kann diese Art von Dolmetschen in einem Zug oder aus mehreren Abschnitten erfolgen. Der Dolmetscher stützt sich beim konsekutiven Dolmetschen in erster Linie auf sein Gedächtnis, doch es ist von entscheidender Bedeutung, sich gute Notizen zu machen.

Der Simultandolmetscher, der sich für gewöhnlich in einer schallisolierten Kabine befindet, hört dem Redner über Kopfhörer zu und gibt seine Rede in der Zielsprache über das Mikrofon in Echtzeit wider. Die Zuhörer hören die Ausführungen des Redners in der Übersetzung in der Zielsprache über ihre Kopfhörer. Da der Simultandolmetscher zeitlich nicht zu sehr hinter dem Redner zurückbleiben darf, erfordert diese Methode viel praktische Erfahrung, eine erworbene Routine, Konzentration und geistliche Präsenz.

Konsekutives Dolmetschen galt lange Zeit als Standard-Dolmetschmethode, bis das simultane Dolmetschen in englischer, deutscher, französischer und russischer Sprache zum Ersten Mal bei den Nürnberger Prozessen 1945 ausprobiert wurde. Aus Angst, dass das konsekutive Dolmetschen das Verfahren wesentlich verlangsamen würde, wurde eine ganz neue Übersetzungstechnik unter dem Einsatz entsprechender Ausstattung eingesetzt. Heute ist das simultane Dolmetschen Dank dieses Ereignisses und der modernen Audio-Ausstattung zur am weitesten verbreiteten Dolmetschmethode auf allen Arten von Veranstaltungen geworden. Und doch gibt es Situationen, in denen das konsekutive Dolmetschen geeigneter erscheint, beispielsweise wenn eine kleinere Anzahl von Teilnehmern an Meetings teilnimmt oder bei Interviews, kurzen öffentlichen Auftritten offizieller Amtsträger oder öffentlicher Persönlichkeiten oder bei vertraulichen Gesprächen. Der Vorteil von konsekutivem Dolmetschen spiegelt sich darin wider, dass keine spezielle Ausstattung erforderlich ist.

Manchmal kann von Dolmetschern verlangt werden, dass sie die Übersetzung durch Flüsterdolmetschen oder Chouchotage wiedergeben, bzw. dem Zuhörer ins Ohr flüstern, wobei sie hinter oder neben dem Teilnehmer auf einem Meeting sitzen und leise simultan lediglich für diese bestimmte Person dolmetschen.

Simultandolmetscher arbeiten in Zweierteams in Dolmetschkabinen zusammen, wobei sie sich im Durchschnitt alle 30 Minuten ablösen. Diese Zeitabschnitte können jedoch in Abhängigkeit vom Schwierigkeitsgrad und der Intensität des Dolmetschens auch kürzer sein. Dabei wurde durch praktische Erfahrung festgestellt, dass eine maximale durchschnittliche Zeitspanne mit entsprechend einzuplanenden Pausen, in der die Konzentration und Genauigkeit gewahrt werden können, sechs Stunden beträgt. Diese sechs Stunden gelten als Standard- Einsatztag eines Simultandolmetschers.